Vor einiger Zeit war ich mit einer Familie im Auto unterwegs zur Eisdiele. Auf der Rückbank saßen zwei Kinder im Kindergartenalter, in freudiger Erwartung, gleich ein Eis essen zu dürfen (und diesmal sogar mit zwei Kugeln!). Die ganze Fahrt überlegten beide laut, welche Sorten sie sich denn gönnen würden. Wie immer Schokolade und Erdbeere? Oder diesmal nur Erdbeere? Oder etwas ganz Neues ausprobieren? Ob das neue Eis, das ganz blau aussieht, wohl schmeckt? Es war köstlich, dabei zuzuhören.

Wenn wir jetzt im Monat November mit dem Allerseelentag, dem Volkstrauertag, dem Totensonntag und Ewigkeitssonntag einen Monat voller Totengedenken feiern, denke ich gerne an die beiden Kinder zurück. Denn wir haben nicht nur einen Monat Zeit und Gelegenheit, an das zu denken, was wir gemeinsam mit unseren Verstorbenen erlebt haben. Neben dem Zurückblicken gehört für uns Christen selbstverständlich das Nach-Vorne-Schauen. Was erwartet uns? Worauf dürfen wir uns freuen? Was sind die Hoffnungen, die wir haben?

Natürlich – so wenden wir vielleicht sofort ein – wissen wir nicht, was genau nach dem Tod passiert. Aber die Kinder auf dem Weg zur Eisdiele kannten auch noch nicht alle Sorten und haben sich dennoch ausgemalt, wie wunderbar die schmecken könnten. Man darf doch wohl mal träumen?

Nein, ich finde: Man sollte träumen! Wir Christen wissen, dass es wunderbar werden wird, auch wenn wir keine Einzelheiten kennen. Also sollten wir unsere Hoffnung stärken und unsere Freude vergrößern, wenn wir uns gerade in diesem Monat die Zeit nehmen, dieses Wunderbare in unseren Vorstellungen auszumalen. Und, wer weiß: Wenn wir uns trauen, zu Zweit zu träumen, können wir uns im gegenseitigen Austausch versuchen, in der Schönheit unserer Träume zu beflügeln. Wie bei den Kindern auf dem Weg zur Eisdiele: Geteilte Freude ist multiplizierte Freude!

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