Der Herr ist mein Hirt – es beginnt sofort mit einem Bekenntnis: Gott ist der Herr, der Chef im Laden, der mir was zu sagen hat. Und dieser Gott ist mein Hirt – was das bedeutet wird in den folgenden Versen des Psalms erläutert.

Nichts wird mir fehlen – daraus spricht ganz großes Vertrauen – Gott darf ich mein Leben anvertrauen: dann wird mir nichts fehlen.

Essen, Trinken: grüne Auen, Ruheplatz am Wasser – alles da.

“Er stillt mein Verlangen” hieß es in der alten Einheitsübersetzung von 1980 – nun heißt es in der Einheitsübersetzung von 2016: “Meine Lebenskraft bringt er zurück” – wow – das können wir gebrauchen! Gerade jetzt in der Coronakrise: dass meine Kraft zurückkommt, meine Lebenskraft. Da wo ich frustriert bin, weil ich die Enkel nicht sehen kann, nicht zum Friseur durfte, ich mich nicht von Sterbenden verabschieden durfte. Meine Lebenskraft bringt er zurück!

Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. – auch das empfinde ich als Entlastung: ich muss es nicht alles selber machen. Ich weiß nicht immer, was richtig ist – gerade jetzt in der Coronazeit: wie setzen wir jetzt was um? Was machen wir mit den Kindermessen? Mit den Online-Gottesdiensten? Mit dem Kommunionempfang? Wie werden wir den Menschen gerecht? Den Gesunden, die kommen, den Vorsichtigen, die lieber zuhause bleiben? Gott führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit – auf ihn darf ich hoffen, auf ihn vertrauen. Ich werde trotzdem nicht immer alles richtig machen – weil seine Stimme auch nicht immer klar zu hören ist – aber solange ich meinen Blick auf ihn ausrichte, mich um ihn bemühe, wird er mich auch führen.

Auch wenn ich gehe im finstern Tal – oder in finster Schlucht wandern – so kommen wir uns im Moment vor: wann hat dieses dunkle Coronatal endlich sein Ende? Wann läuft Kita und Schule wieder normal – wann darf ich wieder frei reisen, ins Café einkehren?

Ich fürchte kein Unheil, denn Du bist bei mir. Dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. Der Stab, der mich lenkt, der Hirtenstab, der den Wolf vertreibt, der mich einhakt und zurückzieht, wenn ich zu nah am Abgrund stehe. Wissend, dass mich da jemand rechtzeitig rettet, kann ich viel unbeschwerter durchs Leben gehen. Ich brauch vor dem Wolf keine Angst haben, weil der Hirte mit seinem Stab ja da ist.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde – also auch wenn andere gegen mich sind, mir Schlechtes wollen, werde ich dennoch genug zum Leben haben. Auch das ein großer Trost. Es ist keinem Menschen zu wünschen, dass er in die Situation kommt, aber dennoch gibt es das. Der ganze Bereich des Missbrauchs. Jetzt in der Coronakrise sind die Beratungsstellen nur online oder telefonisch zu erreichen – wie viele können aber nun aus dem Haus nicht raus, vom Feind nicht weg, nicht in die Schule in den geschützten Raum? Und auch hier spricht Gott Trost zu.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, – das werden Priester, Propheten – das Haupt mit Öl salben heißt, dass Gott mich auserwählt hat. König David singt diesen Psalm voller Dankbarkeit: Gott hat mich auserwählt – jeden von uns – in der Taufe, in der Firmung sind wir gesalbt. Gott hat Großes mit uns vor.

übervoll ist mein Becher – nochmal wieder das Bild: mehr als genug.

Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang – nicht nur heute – mein Leben lang wird Gott bei mir sein – das ist die beste Lebensversicherung. Aktien purzeln, das Bankkonto lässt die Ersparnisse schrumpfen – aber Gottes Huld und Güte bleiben mir ein Leben lang erhalten.

Heimkehren werde ich ins Haus des Herrn für lange Zeiten. Das ist das ewige Leben. Das Paradies – heimkehren zu Gott. Von ihm stammen wir, zu ihm dürfen wir zurück, nach Hause. Zum Vater. Und Jesus unser Bruder erwartet uns.

Der Psalm 23 ist wahrhaftig ein großer Trost, er spricht vom Hirten, von Gott, der allezeit für uns sorgt.

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