Altar und Kommunionbank

Wenn es zuhause etwas Leckeres zu essen gibt, dann gibt es zwei wichtige Orte, die dabei eine Rolle spielen. Einer davon ist das Esszimmer. Also der Raum, in dem der Tisch steht. Dort setzen sich alle hin, um zu essen.
Aber es gibt auch noch den zweiten Ort, der fast noch wichtiger ist als der Tisch, ohne den der Tisch nämlich leer bleiben würde. Das ist die Küche – also der Raum, in dem der Herd steht. Dort wird das Essen bereitet.

Wir haben in der Eucharistiefeier auch diese zwei Orte. Bei der Kommunion finden wir uns an einer bestimmten Stelle in der Kirche zusammen, um den Leib Christi zu empfangen: an der Kommunionbank, einem ganz langen und sehr schmalen Tisch. In einigen Kirchen wird die Kommunionbank für die Austeilung der Kommunion sogar genauso gedeckt, wie der Tisch in Eurem Esszimmer zuhause.

In einigen Kirchen gibt es die Kommunionbank nicht mehr; aber auch ohne diesen Tisch gibt es den Ort der Begegnung von Gott und Mensch – im Zeichen des Mahles.

Der andere Ort, der Altar, ist der Ort, an dem das Wunder der Wandlung geschieht. Dort werden Brot und Wein verwandelt. Allerdings dürfen wir nicht meinen, der Priester wäre so eine Art Koch, der die Gaben verwandelt. (Dann könnte er ja aufschreiben, wie er es macht – und dann hätten wir wieder erklärt, wie etwas funktioniert).

Nein, der Priester bereitet die Gaben für Gott vor; er legt das Brot auf den Altar, er mischt etwas Wasser in den Wein und stellt ihn dazu. Er spricht noch ein paar Gebete und lässt sich von den Messdienern die Hände waschen.

Was danach passiert, geschieht durch Gott.

Gott nimmt die Gaben, verwandelt sie und schenkt sie uns verwandelt wieder. Gott nimmt auch den Priester und seine Worte und macht sie zu seinen eigenen Worten. Und Gott nimmt dabei auch die ganzen Menschen in der Kirche und ihre guten Gedanken, Worte und Werke und verwandelt sie in himmlische Gedanken, Worte und Werke.

Du merkst: Das, was am Altar geschieht, ist nicht das Gleiche wie das, was bei Dir zuhause in der Küche geschieht. In der Küche werden die Gaben zwar auch zubereitet – doch dann kommt keiner und tauscht sie gegen das fertige Essen aus.
Aber in der Kirche ist es so. In der Messfeier gibt es nach der Gabenbereitung am Altar den Moment, an dem Gott alles verwandelt: Nicht nur die Gaben, auch der Priester und die Worte des Priesters und die Gebete der Menschen sind plötzlich voll von Gott.

Deswegen knien sich die Menschen in diesem Moment hin, und in den meisten Kirchen wird in diesem Augenblick auch mit Schellen geklingelt oder ein Gong geschlagen.

Bei der Wandlung von Brot und Wein – wenn Gott daraus Leib und Blut Christi macht – knien sich die Menschen hin,
und in den meisten Kirchen wird in diesem Augenblick auch mit Schellen geklingelt oder ein Gong geschlagen.

Weiter im Kommunionkurs mit Teil 5 (von 5)

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Schlagwörter: , , , Last modified: 11. Juni 2020